Mittelschule Neudörfl

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Mittelschule Neudörfl

Generalplanung und örtliche Bauaufsicht

Kirchenplatz 1, 7201 Neudörfl
Ausführung:      2017 – 2021


GRUNDLAGE und AUFGABE

Der Altbau wurde 1911 errichtet und 1962 mit einem Klassentrakt erweitert. 1980 erfolgte in dem Altbau der Einbau eines Lehrerzimmers und zusätzlicher sanitärer Anlagen. Im Turnsaaltrakt, welcher 1992 errichtet wurde, befinden sich die Bibliothek und zwei Unterrichtsräume für den Schulbetrieb.

Die Aufgabe bestand darin, ein Fluchtwegekonzept zu erstellen und das Objekt so zu adaptieren, damit es barrierefrei genutzt werden kann. Weiters sollten zusätzliche Unterrichtsräume geschaffen werden.

IDEEN

Die Adaptierung des Objektes in Bezug auf Fluchtwege und Barrierefreiheit hätte nur mit sehr hohem Aufwand und technischen Lösungen (mehrere Treppenlifte) erreicht werden können, da mehrere Niveauunterschiede in den einzelnen Geschossen vorhanden sind. In dem bestehenden Objekt können keine zusätzlichen Unterrichtsräume untergebracht werden, da ein angedachter Dachgeschossausbau nicht wirtschaftlich realisiert werden könnte. Die offenen Stiegenhäuser könnten nur mit einem erheblichen Aufwand zu Sicherheitsstiegenhäusern umgebaut werden.

Der mögliche Umbau des Altbestandes wurde kostenmäßig geschätzt und einem Neubau gegenübergestellt. Ma entschied sich für einen Neubau, wobei der älteste Teil des Schulgebäudes abgebrochen wird und bis zur Fertigstellung der alte Klassentrakt als Provisorium dient. Der Neubau soll heutigen und künftigen Erfordernissen des Schulbetriebes gerecht werden und zusätzlich eine Freisportfläche erhalten. Nach Fertigstellung des Schulneubaues wird der alte Klassentrakt abgebrochen.

FORM und FUNKTION

Die angrenzende Bebauung des Rathauses soll durch den Schulneubau in ein einheitliches räumliches Gestaltungskonzept gebracht werden. Der zwei- bis dreigeschossige kubenhafte Baukörper wird in drei Trakte geteilt. Der Verwaltungstrakt beherbergt im Erdgeschoss die neue Eingangssituation und der Klassentrakt bildet den Abschluss Richtung Kirchengasse. Diese Gebäudeteile sind als Sockelgeschosse in Weiß verputzter Ausführung gehalten und haben in den Obergeschossen eine intensiv färbige glatte Plattenfassade.  Der Verbindungsbaukörper beherbergt unter anderem den Direktions- und Bibliotheksbereich. Dieser ist mit einer speziellen Strukturputzfasse versehen.  

KONSTRUKTION

Das Untergeschoss und das Erdgeschoss wurden in Massivbauweise errichtet und mit sogenannten WDVS Fassaden versehen. Beide Sicherheitsstiegenhäuser wurden ebenfalls in Massivbauweise errichtet. Die Obergeschosse wurden als Holzbau mit KLH Elementen ausgeführt. Die Flachdächer sind als konventionelle Warmdachkonstruktionen errichtet und mit Photovoltaikanlagen bestückt. Die Fensterelemente sind ebenfalls Holzkonstruktionen mit äußeren Aluminiumvorsatzschalen und Raffstoreanlagen als Sonnenschutz.

Das gesamte Objekt wurde mit einer Lüftungsanlage samt Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Die Beheizung erfolgt über Fernwärme als Niedertemperatur Fußbodenheizung.